Datenschutz & KI — die DS-Ampel
Gültig für alle Lernpfade und KI-Anwendungen im Alltag der Stadt Uster · Version 2.0 · 15.04.2026
Die Postkarten-Regel
«Was du nicht auf einer Postkarte verschicken würdest, gibst du auch nicht in eine KI.»
Ein Prompt ist nicht vertraulich — behandle ihn wie eine offene Karte, die potenziell jemand Drittes lesen kann. Diese Regel gilt ohne Ausnahme.
Die drei DS-Zonen
Zone Grün — Unbedenklich
Frei verfügbare oder öffentliche Informationen dürfen in KI-Tools verwendet werden.
- arrow_rightÖffentliche Informationen (Website, Medienmitteilungen, publizierte Berichte)
- arrow_rightAllgemeine Formulierungen und Textentwürfe ohne Personenbezug
- arrow_rightFiktive oder anonymisierte Beispiele
- arrow_rightEigene Notizen ohne vertrauliche Inhalte
Zone Gelb — Mit Vorsicht
Interne Informationen ohne direkten Personenbezug — nur in freigegebenen KI-Tools verwenden.
- arrow_rightInterne Weisungen und Konzepte (anonymisiert)
- arrow_rightProjektnotizen ohne Personennamen
- arrow_rightSitzungsprotokolle mit entfernten Personenangaben
- arrow_rightInterne Prozessbeschreibungen
Zone Rot — Niemals
Personenbezogene oder klassifizierte Daten dürfen NIE in KI-Tools eingegeben werden.
- arrow_rightPersonalien (Name, Adresse, AHV-Nr., E-Mail von Privatpersonen)
- arrow_rightGesundheitsdaten, Sozialdaten, Bildungsdaten
- arrow_rightFinanz- und Steuerinformationen
- arrow_rightInterne Dokumente mit Klassifikation «vertraulich» oder höher
- arrow_rightLaufende Verfahren, Rechtsfälle, Personalangelegenheiten
Wie anonymisiere ich richtig?
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1
Namen ersetzen durch Rollen («Person A», «Einwohnerin», «Antragstellerin»)
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2
Adressen entfernen oder durch «Adresse X» ersetzen
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3
Eindeutige Zahlen (AHV, Telefon, Fallnummern) durch Platzhalter ersetzen
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4
Indirekte Identifizierbarkeit prüfen: Reichen Alter, Wohnort und Beruf zusammen aus? Wenn ja: mehr verallgemeinern
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5
Ergebnis gegen das Original vergleichen bevor du es übernimmst
Rechtliche Grundlagen
Der Umgang mit Daten in der Stadt Uster wird durch drei Rechtsebenen geregelt:
Bundesebene: revDSG (nDSG)
Das revidierte Datenschutzgesetz (seit 1. September 2023) gilt für alle Bundesorgane und privaten Personen. Es stärkt die Transparenzpflicht, die Informationspflicht bei Datenerhebung und verlangt Datenschutz-Folgenabschätzungen bei risikobehafteten Verarbeitungen.
Kanton Zürich: IDG (Informations- und Datenschutzgesetz)
Das IDG regelt den Umgang mit Personendaten durch kantonale und kommunale Organe im Kanton Zürich. Es definiert die Grundsätze der Datenbearbeitung: Rechtmässigkeit, Verhältnismässigkeit, Zweckbindung und Datensicherheit.
Stadt Uster: Kommunales Datenschutzreglement
Die Stadt Uster hat ein eigenes Reglement, das die kantonalen Vorgaben konkretisiert. Es regelt Zuständigkeiten, Meldepflichten und den Einsatz von digitalen Werkzeugen — einschliesslich KI-Tools — durch die Stadtverwaltung.
Merke: Der KI-Einsatz bei der Stadt Uster muss immer alle drei Ebenen einhalten. Im Zweifelsfall gilt die strengste Regelung. Die Datenschutz-Ampel oben hilft dir bei der Einordnung im Alltag.
Deine Verantwortung
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Du bist für die Inhalte, die du in eine KI gibst, persönlich verantwortlich.
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Du bist für die Prüfung der KI-Ergebnisse verantwortlich — KI kann Fakten erfinden.
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Wenn du unsicher bist, frag nach — bei deiner Führungsperson, der IT oder dem Datenschutzbeauftragten.
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Melde Datenschutzvorfälle sofort — auch wenn sie dir peinlich sind. Schnelles Handeln begrenzt den Schaden.
Fragen zum Datenschutz?
Bei Unsicherheiten im Umgang mit Daten und KI-Tools stehen dir folgende Anlaufstellen zur Verfügung:
KI-Lernportal Support
mail ki-lernportal@uster.chDatenschutzbeauftragte/r Stadt Uster
Bei konkreten Datenschutz-Fragen wende dich an die zuständige Stelle deiner Abteilung.